Tarifvertrag einzelhandel 2019 nrw

Der europäische soziale Dialog im Einzelhandel ist teils im größeren Bereich des Handels, zu dem auch der Kraftfahrzeughandel und der Großhandel gehören. Sie stammt aus der Mitte der 80er Jahre (EU9807115F) und findet derzeit im Rahmen eines von der Europäischen Kommission anerkannten Ausschusses für den sektoralen sozialen Dialog statt. Die Sozialpartner auf europäischer Ebene sind EuroCommerce auf Arbeitgeberseite und UNI-Europa Commerce (die regionale Handelsabteilung von Union Network International) auf der Gewerkschaftsseite. In den westeuropäischen Ländern sind die meisten der in Tabelle 8 genannten Arbeitgeberorganisationen im Einzelhandel Vollmitglieder von EuroCommerce, während die Arbeitgeberorganisationen in den mittel- und osteuropäischen Ländern derzeit noch als « verbundene » Mitglieder aufgeführt sind. Im allgemeinen sind die meisten westeuropäischen Einzelhandelsgewerkschaften, die in Tabelle 7 aufgeführt sind, dem UNI-Europa-Handel angeschlossen, während noch Verbindungen zu einigen von denen in Mittel- und Osteuropa aufgebaut werden. Unternehmen mit bundesweiten Betrieben oder über 800 Mitarbeitern müssen über eine Shop Steward-Organisation verhandeln, um die lokale Interaktion zu erhöhen. Der Tarifvertrag legt ein Minimum an zu erörternden Fragen fest. In einigen Ländern gibt es eine einzige marktbeherrschende, branchenspezifische (oder etwas breitere, für handel, vertrieb usw.) Arbeitgeberorganisation im Einzelhandel. Dänemark, Finnland, Frankreich, Malta und das Vereinigte Königreich gehören eindeutig zu dieser Gruppe. Belgien und Schweden haben ebenfalls eine einzige Hauptarbeitgeberorganisation im Einzelhandel, aber nach abgrenzenden Linien zwischen den Arbeitgeberorganisationen haben einige andere Verbände (Handelsverbände ohne Verhandlungsrecht im Falle Schwedens) eine schwächere Präsenz in bestimmten Teilen des Sektors. In Österreich ist die Vertretung der Arbeitgeber im Einzelhandel auf 25 teilsektorale « Bundesorganisationen » (Bundesgremien) der Wirtschaftskammer Österreich (WKÖ) – dem wichtigsten nationalen Arbeitgeberverband, dessen Mitgliedschaft obligatorisch ist – aufgeteilt, aber die Vertretung zu Verhandlungszwecken wird in der WKÖ-Handelssparte (Sparte Handel) gebündelt.

Ähnlich verhält es sich in Lettland, obwohl es in diesem Fall neben der marktbeherrschenden Organisation im Einzelhandel (LTA) auch andere Organisationen gibt, die Teilsektoren wie den Autohandel und die Apotheken vertreten. Slowenien ist ein Sonderfall, da es eine doppelte Arbeitgebervertretung im Einzelhandel gibt, da es eine breitere (SI0211102F) gibt: Neben einer freiwilligen Arbeitgeberorganisation (der zuständigen Sektion der ZDS) erfüllt der Berufsverband der Industrie- und Handelskammer (GZS), dessen Mitgliedschaft obligatorisch ist, auch bestimmte Funktionen eines Arbeitgeberverbandes. Im Tarifvertrag wurde Folgendes eingetragen: Der Einzelhandel hält viele der Trends aufrecht, die ihn traditionell von anderen Industriezweigen und Dienstleistungen unterschieden: eine Vorherrschaft der kleinen Unternehmen; ein hoher Prozentsatz von Frauen und jungen Arbeitnehmern, die eine umfangreiche Teilzeitarbeit haben; und niedrige Löhne. Diese Trends erklären auch die traditionell niedrige Gewerkschaftsdichte in diesem Sektor in vielen Ländern und die Schwäche der Tarifverhandlungen im Hinblick auf eine wirksame Regulierung der Beschäftigungsbedingungen. Nicht freiwillige Teilzeitarbeit ist auch in Schweden ein wichtiges Thema, wo die Sozialpartner an einem Projekt zur Verringerung des Umfangs dieser Arbeit im Einzelhandel sowie in anderen Sektoren zusammenarbeiten. In den meisten Ländern ist jedoch allgemein zu sehen, dass Teilzeitarbeit – wie auch andere Formen der « atypischen » Arbeit, wie z. B. Leiharbeit, ein wichtiges Thema für die politische Debatte und den sozialen Dialog auf nationaler Ebene sein kann, aber nicht speziell im Einzelhandel.